Oe Kenzaburo on War Memory

The following excerpt from a dialog about the 50th anniversary of the end of the Second World War contains one particularly interesting idea tendered by Oe: the Tenno system, or the Japanese emperor, as the “pedal tone” of historical continuity in Japan.  But metaphors aside, this discussion of pre-war and post-war continuities with one of Japan’s leading writers is itself worth discussing.  And particularly so: the cross-fertilization of the German and Japanese politics of memory.

If only more such writings could be translated into Chinese and made available in the PRC!  If the journals 日本研究 or 抗日战争研究 could be convinced of the worth of such items, we might see a more nuanced debate in China about the depth and sincerity of Japanese contrition for, and thought about, the Second World War.

Citation: Oe Kenzaburō and Katō Shuichi, “Was bedeutet Nachkriegszeit nach 50 Jahren?  Ein Gespräch zwischen Oe Kenzaburo und Kato Shuichi,” (originally printed in Asahi Shimbun, 1 January 1995, p. 15), translated into German by Eduard Klopfenstein, in Asiatische Studien Vol. XLIX (1995) No. 3: pp. 551-560.

Excerpt:
Kato: Es gibt etwas, das man nationales Gedächtnis nennt, nicht war?  Es sind über Generationen hinweg überlieferte, relativ neue wichtigen Erignisse, an die sich die Nation als Ganzes enrinnert.  In Europa ist es der 1. Weltkrieg, in Amerika die Grosse Wirtschaftkrise.  In Japan darf man den 2. Weltkrieg als Ereignis von solch nationaler Dimension ansehen.  Ich denke, alle Entwicklungen gehen von diesem zentralen Punkt aus.  Wen man jedoch den Zusammenhang der Zeit davor mit der Zeit danach bedenkt, ist die Kontinuität stärker als der Bruch.

Oe: Kontinuität impositiven wie im negativen Sinn!  Ein jeder bestelt sich die Geschichte selber zusammen.  All diejenigen, die die japanische Geshichte von der Vorkriegszeit zur Nachkriegszeit als Kontinuum sheen, schneiden jenen Teil des Filmes mit Niederlage, der Zerbombung der Städte, der Göttlichkeits-Aberklärung des Tennō und dem Kreigstribunal von Tōkyō heraus und verknüpfen das Vorher mit dem Nachher.  Dabei spielt das Tennō-System – musikalisch gesprochen – die Rolle eines Grundtons.  Da das Tennō-System fortbesteht, kann man die von Widersprüchen strotzende gegenwärtige Geschichte unter dem Aspeckt der Kontinuität befreifen.  Auch im Verfassungsänderungs-Entwurf der Yomiuri-Zeitung lässt sich ein Vehikel zu diesem Zweck erkennen.

Some of the Anime-Tinged Complexities of Japanese War Memory in Europe -- Paris Chinatown, Feb. 2009

Some of the Anime-Tinged Complexities of Japanese War Memory in Europe -- Paris Chinatown, Feb. 2009

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